Ralf Lilienthal's Blog

Tagebuch

Geschichte 2

Benjamin Franklin.

Geboren am 17. Januar 1706 in Boston.

Zu dieser Zeit war Boston –  mit 8000 Einwohnern eine durchaus große Stadt -nicht etwa eine Metropole in den USA, sondern die Hauptstadt der englischen Kolonie Massachusettes. Noch Franklins Vater Josiah –  in der Heimat ein ungelittener Puritaner – hatte sich als  Auswanderer im unwirtlichen Neu-England niedergelassen.

Die ersten Jahrzehnte der Kolonie waren sowohl von der strengen moralisch-religiösen Lebensart der Puritaner, als auch von der Dominanz der überlebenswichtigen Urberufe geprägt:  Bauer, Fischer und Jäger, Maurer, Schreiner, Schmied und Weber, Müller und Bäcker – oder die beiden Handwerksberufe, die auszuüben sich der gelernte Wollfärber Josiah Franklin entschloss: Seifensieder und Kerzenzieher.

Für die sieben Kinder aus erster Ehe (seine Frau starb im Kindbett) und die folgenden zehn Kinder, war die tägliche  harte Arbeit in der Werkstatt des Vaters eine Selbstverständlichkeit. Von einer höheren Schulbildung konnten die meisten Franklingeschwister nur träumen. Der achtjährige Benjamin hatte allerdings Glück.Von seiner Mutter zum geistlichen Amt bestimmt, besuchte er zumindest für kurze Zeit die Lateinschule und nahm die Witterung der Wissenschaften und Künste auf.  Die Bürde des Schulgelds beendete  dieses kurze Intermezzo aber nur allzu schnell. Auch seine Tage auf der Schreib- und Rechenschule währten nicht lange, weil der Vater ihn als Arbeitskraft in der Werkstatt brauchte.

Zwei Jahre dauerte diese Zeit. Als Zwölfjähriger wurde der Junge dann in die auf 9 Jahre festgelegte Lehre geschickt. Und zwar als Buchdrucker in der Druckerei seines um 9 Jahre älteren Bruders James Franklin.

 

Geschichte 1

Nein, die ‚persönliche Ansprache‘ der ersten Blogeinträge ist nicht mein Ding. Neben der Möglichkeit zu informieren, könnte dieses Medium aber zu etwas anderem dienen: nämlich zur „allmählichen Verfertigung der Gedanken beim“ Schreiben.

Tatsächlich gibt es einige offene Arbeiten, die schon lange ausgeführt werden wollen. Eine davon ist der Versuch, die Summe langjähriger Geschichtsstudien zu ziehen. Besser gesagt: die Begeisterung für Geschichte  in eine Form zu giessen, die für den Leser interessant und  für den gestaltenden Autor fruchtbar ist. Es sei versucht:

Beginnen wir in Nordamerika, als es die Vereinigten Staaten noch nicht gab, dafür aber ein Dutzend englischer Kolonien. Beginnen wir in Boston, der Hauptstadt der Kolonie Massachusetts. Beginnen wir am 17. Januar 1706. An diesem Tag, einem stürmischen Sonntag, kam als zehnter Sohn des Kerzenziehers und Seifensieders Josiah Franklin, Benjamin Franklin zur Welt.

Benjamin Franklin – Buchdrucker und Zeitungsmacher, Politiker, Verfassungsvater und Botschafter, Erfinder des Blitzableiters, der Bifokalen Brille, des Buchgreifers und des Glasharmoniums.

Benjamin Franklin – einer der faszinierendsten historischen Persönlichkeiten die mir im Laufe (m)eines halben Jahrhunderts literarisch begegnet sind.

Warum mit Franklin beginnen? Es gibt keinen zwingenden Grund. Man könnte an jedem beliebigen anderen ‚Ort‘ beginnen, denn in der Geschichte, ja in der Welt überhaupt, hängt alles mit allem zusammen. Wie in einem geknüpften, zur Kugel geformten Netz. Berührt man einen Knoten, bewegt sich das ganze Gewebe, denn der Faden ist immer der Gleiche, auch wenn er unterschiedlich verschlungen oder gefärbt sein sollte.

Warum also Franklin? Weil alles ‚zweck-freie‘, nicht an eine vorgegebene Form gebundene Schreiben, ein Akt der Gestaltung ist, weil es einen ersten Akt des Setzens braucht, einen inneren, ‚freudig‘ gesetzten Impuls.

Franklins Bedeutung ist mehrdimensional. Die Beschäftigung mit seinem Leben vertieft das Verständnis der Welt. Und zugleich inspiriert sie den Willen. Er steht an lauter Umbrüchen und Nahtstellen: Zwischen der Alten und der Neuen Welt – geographisch und historisch. Zwischen Naturwissenschaft und Geisteswissenschaft. Zwischen Kontemplation und Aktion. Geschäftssinn und Gemeinsinn. Radikalismus und Bewahrung.

Franklin regt an und besänftigt. Warum nicht Franklin?

Hörbücher

Als pflegender und gestaltender Gärtner bin ich viel ‚auf der Straße‘. Gut für unterwegs: Hörbücher aus der Stadtbücherei.

Aktuell habe ich gerade zwei sehr bereichernde Bücher gehört, bzw. höre ich das zweite immer noch:

Kurt Vonnegut; Mann ohne Land – perfekt gelesen von Harry Rowohlt.

Und: Frank McCourt; Tag und Nacht und auch im Sommer – gelesen vom Besten der Besten, Christian Brückner. 

Vonnegut: witzig und klug, ein Denker mit verblüffenden Wendungen.

Frank McCourt: ein warmherziger irischer Geschichtenerzähler, dessen Büchern ich stundenlang zuhören kann, ohne zu ermüden.

Vonnegut: “ … ich erwiderte, dass das, was für mich das Leben – außer Musik  -schon fast der Mühe wert machte, all die Heiligen wären, die ich kennengelernt hätte, die überall sein könnten. Mit Heiligen meinte ich Menschen, die sich in einer erstaunlich unanständigen Gesellschaft, anständig benehmen.“

Frank McCourt: „Unterrichten bedeutet: Neuigkeiten bringen!“ Ein kluger Satz, insbesondere vor dem Hintergrund seiner Erinnerungen als phantasievoller und empathischer Lehrer.

 

 

 

 

 

 

Straßenchor

In den letzten Wochen habe ich oft an den Berliner Straßenchor denken müssen.

Der Grund: Ich hatte Gelegenheit in Korbach ein Konzert mit dem Straßenchor (sowie drei anderen Chören) zu erleben. Wie tief meine Erstbegegnung anläßlich der Reportage ‚Der Chor der Hoffnung‘ war- siehe meine Homepage – hat sich dort gezeigt: Mit den Gesichtern waren sofort auch die Geschichten da. Und die offene Freundlichkeit der Sänger und der Chorverantwortlichen hatte sich keinen Deut verringert.

Sie werden demnächst – am 25.01.2012 – zusammen mit zwei anderen Chören im Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie, Carl Orffs ‚Carmina Burana‘ aufführen. Wenn das auch nur halb so ergreifend wird wie das, was ich in der Rotenburger Kirche gesehen habe, sollte man sich ein Bein dafür ausreissen, an diesem Tag dabei zu sein!

An dieser Stelle auch eine Bitte: Wer immer eine Idee hat, wo der Straßenchor auftreten kann, ohne dabei ‚rote Zahlen‘ zu schreiben, sollte sich bei mir melden (vor allem dann, wenn es im Ruhrgebiet ist!).

Wer noch nichts von den  Berlinern gesehen und gehört hat: Youtube und die Homepage des Chores anzapfen! www.derstrassenchor.com

Der Anfang von …?

 

Sonntagnacht, 11./12.12.2011

Ein wenig unsicher noch, aber neugierig, lege ich dann mal mit dem allersten Eintrag in (m)einen Blog los:

Eigentlich wollte ich den Blog vor allem dazu nutzen, auf tagesktuelle Informationen hinzuweisen, die meine diversen Arbeitsbereiche betreffen.

Das wäre „nicht typisch für einen Blog“ hat man mir gesagt. Ein Blog sei persönlicher und geht über bloße Information hinaus. Also gut! Werden wir – ganz allmählich – persönlicher …

 Vor ein paar Tagen hat mir eine (Vor-)Leserin meiner Weleda-Geschichten um ‚Prinzessin Calendula’ und ‚Ritter Kamille’ eine E-Mail geschickt. Sie hatte im Weleda-Newsletter die Ankündigung des Büchleins: ‚Baron Eisenhut und die Kräuterapotheke’ gefunden und nach Bezugsquellen gefragt. Das wie ein Pixibuch aufgemachte Büchlein war (und ist hoffentlich noch immer) in Apotheken als kostenloses Geschenkbüchlein an Weleda-Käufer mit Kindern verteilt worden. Wer danach fragt, sollte wohl noch eines bekommen …!?

In der Mail wurden ausdrücklich die Illustrationen von Elena Conti-Wiesinger gelobt. Bei der Gelegenheit möchte ich mich diesem Lob unbedingt anschliessen: die Bilder sind auf eine erfrischende Art sehr ‚modern’ und zugleich phantasie- und stimmungsvoll. Besser kann man seine Geschichten nicht illustriert finden …

 Ich würde gerne einen Link zu einer Homepage von Frau Conti-Wiesinger einstellen, kann aber leider keinen finden …

Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.